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Predigt zum 1.3.2009 (Allan Hofer)Gottes Mittel gegen dunkle Täler Psalm 23, 4Ein arabisches Sprichwort sagt: «Immer nur Sonnenschein und kein Regen – so entsteht eine Wüste.» Wenn ihr nie schwere, dunkle und düstere Zeiten in eurem Leben erfahrt, trocknet ihr aus. Ihr erlangt keine persönliche Tiefe und Reife. Es braucht die guten, wie die schlechten Zeiten um eine reife Person werden zu können. Das Leben ist ein Mix aus Freude und Schmerz, aus Sieg und Niederlage, aus Erfolg und Misserfolg, aus Gipfeln und Tälern. Selbst in unseren dunkelsten Tälern, an unseren schwärzesten Tagen ist Gott da. «Und muss ich auch durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil! Du, Herr, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut» Psalm 23, 4. In Israel gib es tatsächlich ein Tal des Todesschattens. Es ist eine steile, tiefe und schmale Schlucht. Die Sonne erreicht den Grund nur, wenn sie am Mittag senkrecht steht. Ansonsten ist auf dem Grund dieser Schlucht dunkel. David hat wohl als Junge seine Schafe durch diese Schlucht geführt. Wenn man in der Bibel nachschaut, wird das Wort «Tal» für viele schwierige Zeiten benutzt. • Josua spricht über das Tal des Elends • Psalm 84 spricht vom Tal der Tränen • Hosea spricht vom Tal der Sorge In diesem Vers in Psalm 23 bedeutet es auf Hebräisch das Tal der tiefen Dunkelheit. Wie gehe ich mit den dunkeln Tälern in meinem Leben um? Es gibt fünf Tatsachen über Täler, an die ihr euch erinnern müsst, wenn ihr durch harte Zeiten geht: 1. TÄLER SIND UNUMGÄNGLICH Früher oder später befinden wir uns alle in einer solchen Situation. Vielleicht seid ihr gerade jetzt in einer solchen Situation, und das ist nicht einfach. Täler gibt es das ganze Leben lang – immer eines nach dem anderen. Jesus war in dieser Beziehung sehr realistisch. In Johannes 16 sagt er: «In der Welt habt ihr Angst.» Ihr werdet im Leben Enttäuschungen, Schwierigkeiten und Entmutigung erleben. Es wird Zeiten von Leid, Kummer und Krankheit geben. Es wird Zeiten voll Frustration, Versagen und Müdigkeit geben. Das alles wird geschehen. 2. TÄLER SIND NICHT VORAUSSEHBAR Hattet ihr schon mal zu einem günstigen Zeitpunkt einen Plattfuss? So etwas passiert einfach – und natürlich meist dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Es wäre sehr praktisch, wenn wir den Zeitpunkt unserer Tiefpunkte selber bestimmen könnten. Aber so lässt sich das Leben nicht planen. Täler kommen plötzlich. Man kann sie nicht voraussehen. Ein Telefonanruf, ein Brief, ein Arztbesuch, ein schrecklicher Unfall. In vielen Fällen geschieht es so plötzlich ... 3. TÄLER SIND UNPARTEIISCH
Niemand ist dagegen immun. Niemand wird von Schmerz und Kummer verschont. Wenn wir durch schwierige Zeiten gehen – durch ein Tal in unserem Leben – ist unsere erste Reaktion immer: «Wieso ich?» Wir müssen daran denken, dass das hier nicht der Himmel ist. Die Dinge hier sind nicht perfekt, es gibt Probleme und Schwierigkeiten. Unglücke und Tragödien stossen uns allen zu. 4. TÄLER SIND VORÜBERGEHEND
Sie gehen vorüber. Sie halten nicht ewig an. Ein Tal ist keine permanente Situation. David sagt, «Und wandere ich auch im tiefen Tal ...»
Ihr bleibt nicht euer ganzes Leben lang in einem Tal. Wenn ihr in einem Tal seid, dann denkt ihr vielleicht manchmal, ihr befindet euch in einer Einbahnstrasse, aber das stimmt nicht. Es ist wie ein Tunnel – es gibt einen Anfang und ein Ende. Ihr geht durch den Tunnel und irgendwann seid ihr wieder im Licht. Sie bleiben nicht euer ganzes Leben über. Sie gehen vorüber. (7a) 1. Petrus 1:6: «Darüber freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn ihr jetzt noch für eine kurze Zeit auf manche Proben gestellt werdet und viel erleiden müsst.» Er gibt zu, dass man manchmal durch harte Zeiten gehen muss. Es wird hart werden. Das Leben ist hart. Aber nur für eine Weile. Uns steht eine unendliche Freude bevor. Er spricht natürlich vom Himmel. Im Himmel gibt es keine Probleme, keine Täler, keine dunklen Tage. Auch wenn ihr euch hier unten belastet fühlt, im Himmel werdet ihr keine Probleme mehr haben. Er sagt, ihr sollt euch nicht entmutigen lassen. «Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange und ist leicht zu ertragen in Anbetracht der unendlichen, unvorstellbaren Herrlichkeit, die uns erwartet» 2. Korinther 4, 17. Es dauert nicht lange. Aber es liegt eine ewige Herrlichkeit vor uns. 5. TÄLER VERFOLGEN EINEN ZWECK
Gott verfolgt einen Grund, wenn er euch durch Täler gehen lässt. Ganz egal, ob es Zweifel, Depressionen oder Kummer sind, Entmutigung oder eine Niederlage – der Verlust eines geliebten Menschen. Es gibt immer einen Grund dafür. (9a) 1. Petrus 1:6-7:
«Darüber freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn ihr jetzt noch für eine kurze Zeit auf manche Proben gestellt werdet und viel erleiden müsst. So wird sich euer Glaube bewähren und sich wertvoller und beständiger erweisen als pures Gold, das im Feuer vollkommen gereinigt wurde. Lob, Preis und Ehre werdet ihr dann an dem Tag empfangen, an dem Christus für alle sichtbar kommt.» Er sagt für eine kurze Zeit – es dauert nicht ewig. Ihr leidet momentan unter schwierigen Zeiten. Und vielleicht werdet ihr euch verschiedensten Proben stellen müssen. Gott will durch diese Täler unseren Glauben stärken. Wir alle lieben die Berggipfel, aber Berggipfel stärken unseren Glauben nicht. Unser Glaube wird in den Tälern aufgebaut. Wenn alles rosig ist, braucht ihr Gott nicht wirklich. Aber wenn ihr in einem dunklen Tal steht, geht ihr auf die Knie. Der Glaube wird in den Tälern gefestigt. Wenn ihr Gott nicht dienen, vertrauen und ihn nicht preisen möchtet ...ist das der Punkt, an dem euer Glaube getestet wird. Nicht in den schönen Zeiten, sondern in den Tälern. 1. Jedes Problem hat einen Sinn. Selbst kleine, unwichtige Dinge, die uns in die Quere kommen, haben uns etwas zu sagen. Sie haben eine Bedeutung. Gott kann euren Charakter schulen, er will euch verändern, er will euch reif werden lassen. Der Glaube wird in den Tälern aufgebaut.
Er möchte, dass ihr wie Jesus Christus seid. Er möchte, dass ihr den Charakter von Jesus Christus entwickelt. Wenn Gott euch so wie Christus machen will, dann wird er euch auch durch alle Lebensumstände führen, durch die er Christus geführt hat. Wurden Jesus Leiden erspart? Definitiv nicht. Musste Jesus durch Zeiten von Einsamkeit gehen? Ja. Werdet ihr das tun müssen? Ja. War Jesus jemals versucht, entmutigt zu sein? Ja. Werdet ihr das sein? Ja. Ihr werdet durch Täler gehen müssen. Ist Gott verantwortlich für Krankheit und Tragödien? Nein. Gott ist ein guter Gott und er kann nichts Böses verursachen. Er kann nichts Böses tun. Aber er benutzt unsere Tragödien und die Täler in unserem Leben. WAS TUT IHR, WENN IHR DURCH EIN DUNKLES TAL GEHT? David sagte: «Du, Herr, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut.» (12) 1. LASST EUCH NICHT ENTMUTIGEN
«Ich fürchte kein Unheil.”
Das sagt David als Christ, der an Gott glaubt. «Und muss ich auch wandern durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil!» In der Bibel steht «ich wandere» – nicht «ich renne», oder «ich bekomme Panik und renne davon». Wandern bedeutet langsame, bewusste Schritte durch das Tal zu machen. David sagt: «Ich fürchte kein Unheil. Ich werde ruhig durch das Tal wandern.» Lasst euch nicht entmutigen. Ihr könnt nicht um das Tal herumgehen. Ihr könnt nicht darunter hindurchgehen. Ihr könnt nicht darüber hinweggehen. Ihr könnt nur durch das Tal hindurchgehen. Hier sagt er: «Ich werde kein Unheil fürchten.» Wenn ihr euch heute entmutigt fühlt, liegt das daran, dass ihr diesen Zustand selber gewählt habt. Es ist nicht nötig, dass ich eure Probleme kenne.
Ihr habt die Entmutigung gewählt. Entmutigung und Mutlosigkeit wählt man immer selber. Immer. Es ist doch nicht nötig, dass ihr euch für die Mutlosigkeit entscheidet, dass ihr entmutigende Gedanken wählt und eure Blicke aufs Negative richtet. Ihr entscheidet euch dafür, nicht auf Jesus und nicht auf die positiven Dinge zu blicken. Ihr seht nur immer das Negative. Ihr habt die Wahl. Ihr könnt euch entscheiden, das zu ändern – auch das kann man beeinflussen und ändern. Das ist, was Gott von euch möchte: Ihr sollt wählen. Es ist ein Vorsatz.
Kolosser 1,11: «Gott gebe euch in der Macht seiner Herrlichkeit viel Kraft, damit ihr in allem Geduld und Ausdauer habt.» Menschliche Energie vergeht. Im Verlauf von langen Prüfungen geht uns die Energie aus. Keine Ausdauer. Das menschliche Durchhaltevermögen ist begrenzt. Es vergeht. In den Tälern des Lebens brauchen wir eine Kraft, die unsere eigene übersteigt. 2. ERINNERT EUCH DARAN, DASS GOTT MIT EUCH IST David sagte: «...denn Du bist bei mir.» Du bist in jedem Moment bei mir. Gott verspricht uns nicht nur seine Kraft, er verspricht uns auch seine Gegenwart. Ihr werdet im Leben nie alleine durch ein Tal gehen müssen. Ihr werdet nie einen dunklen Tag alleine durchleben müssen. Gott hat gesagt: «Ich werde an deiner Seite sein.» (16) Jesaja 43, 2: «Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reissen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen.»
Ihr werdet nicht ertrinken, verbrennen, sterben – Gott sagt: «Ich bin bei euch.» Er wird jeden Schritt durch das Tal an eurer Seite gehen. Gott sagt: «Es gibt nichts zu fürchten, wenn Jesus in eurer Nähe ist.» Gott sitzt nicht im Himmel oben, schaut auf uns herunter und sagt: «Oh, ich hoffe, die schaffen das!» Er ist bei uns im Tal und geht mit uns Hand in Hand jeden Schritt. Gott sagt: «Ich werde dich führen.» Im 4. Vers von Psalm 23 finden wir eine strategische Änderung der Sprache. Im ersten Teil sind alle Pronomen in der 3. Person – er spricht über Gott: «Er lässt mich lagern auf grünen Auen, er führt mich zum Ruheplatz am Wasser, er stillt mein Verlangen.»
David spricht über Gott. Sobald er aber über das Tal spricht, spricht er in der 2. Person. Er spricht nicht über Gott, aber er spricht mit Gott. «Du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab geben mir Zuversicht.»
Es sind die Täler in unserem Leben, die uns Gott von Angesicht zu Angesicht erleben lassen. Plötzlich wird aus dem Ultimativen das Intime. Wenn ich durch ein Tal gehe, will ich nicht über Gott sprechen, ich will mit Gott sprechen. Wenn ihr in einem Tal seid und euch ausgepumpt, geplättet und verwirrt fühlt und wenn ihr dann direkt zu Gott sprecht, wird er real und Gott sagt: «Ich bin bei dir. Du musst das nicht alleine aushalten.» Er wird euch nie näher sein, als wenn ihr euch in einem Tal befindet. 3. ICH VERLASSE MICH AUF GOTTES SCHUTZ UND FÜHRUNG.
David erinnert sich daran, dass Gottes Stecken und Stab ihn trösten. Der Stecken und der Stab waren zwei elementare Werkzeuge, die der Hirte zum Schutz und zur Führung der Schafe brauchte. Die Hirten waren sehr geschickt, indem sie den Stecken wie eine Waffen gegen alles warfen, das die Schafe angreifen wollte. Gott sagt: «Wenn du durchs Tal gehst, werde ich dich verteidigen. Ich schütze dich.» Der Stecken Gottes wird euch schützen. Der gute Hirte kämpft für euch. Während ihr in dieser Depression um euer Leben kämpft, kämpft Gott für euch. Er bekämpft die geistlichen Mächte. Er ist euer Verteidiger und Beschützer. Das ist es, was der Stab repräsentiert. «Dein Stab tröstet mich.” Der Hirt braucht den Stab zum Leiten und zum Trösten. Er braucht den Stab, um die Schafe in seine Nähe zu bringen. Er wird den Stab brauchen, um sie aufzurichten, wenn sie am Boden liegen. Er bringt sie näher mit dem Stab. Er braucht den Stab auch, um sie zu führen. Wenn ihr durchs Tal geht, dann geht ihr nicht allein. Gott geht mit euch und er braucht seinen Stecken und Stab zum Schützen und zum Führen. Wenn ihr durch ein Lebenstal geht, dann sind die furchterregenden Stellen die Schattenstellen. Wenn diese Zeiten kommen, dann müsst ihr euch an drei wichtige Dinge über Schatten erinnern. 1. Schatten sind immer grösser als die Wirklichkeit. Furcht ist immer grösser als das aktuelle Problem. Die Furcht vor dem Unbekannten ist enorm. 2. Schatten können dich nicht verletzen. Seid ihr schon einmal von einem Schatten überfahren worden? Schatten sind Bilder ohne Substanz. Sie können euch nicht verletzen. Sie können euch Angst einjagen, aber sie können euch nicht wehtun. Es sind nur Schatten. 3. Es gibt keinen Schatten, ohne dass irgendwo Licht ist. Wenn ihr durch ein dunkles Tal geht, dann denkt ihr, dass die Sonne aufgehört hat zu scheinen. Gott ist tot. Wir sind ganz allein. Ihr könnt nichts sehen, und ihr denkt, dass ihr euch in totaler Finsternis befindet. Aber jedes Mal, wenn es einen Schatten gibt, bedeutet das, dass es irgendwo Licht gibt. Wenn ihr anfangt, euch zu fürchten vor den Schatten im dunklen Lebenstal, dann wendet dem Schatten den Rücken zu, schaut direkt ins Licht und die Schatten fallen hinter euch. Wenn ihr Angst habt, dann betrachtet nicht den Schatten. Wendet euch in die entgegengesetzte Richtung, und schaut ins Licht, und der Schatten fällt hinter euch. Jesus sagt: «Ich bin das Licht der Welt”. Wenn ihr ihn anschaut, dann müsst ihr euch nicht fürchten vor all den Schatten um euch her. Sie fallen hinter euch. Wenn ihr die Welt betrachtet, dann werdet ihr betrübt sein. Wenn ihr in euch schaut, dann werdet ihr niedergedrückt sein. Wenn ihr Christus betrachtet, dann werdet ihr Ruhe haben. Es kommt ganz drauf an, was ihr betrachtet. Es gibt einen Chorus auf Englisch: Turn your eyes upon Jesus, Look full in His wonderful face, And the things of earth will grow strangely dim In the light of His glory and grace. Auf Deutsch heisst es: Richte deine Augen auf Jesus. Schaue ihm voll ins wunderbare Angesicht, und die Dinge auf dieser Welt werden verblassen in dem Licht seiner Herrlichkeit und Gnade. Christen haben Entmutigungen. Christen werden krank. Christen erfahren Tragödien. Christen verlieren ihnen lieb gewordene Menschen. Gläubige gehen durch Täler, genau gleich wie alle andern Leute. Aber es gibt einen Unterschied und der ist gross. Wenn auch Gläubige und Nichtgläubige die gleichen Lebenstäler durchqueren, besteht der Unterschied für den Christen darin, nicht die Abwesenheit des Schattens zu finden, sondern die Gegenwart des Hirten. Gott ist bei euch und er will jeden Schritt des Weges mit euch gehen. |
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