Seelsorge, Predigten

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Heilsarmee Zürich Zentral  

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Predigt zu Pfingsten 11.5.2008 (Corinne Gossauer-Peroz)

Blut und Feuer

«Blut und Feuer»: diese zwei Begriffe fassen die persönliche Erfahrung, die Lehren, das christliche Leben und das Werk der Gründer der Heilsarmee zusammen. Zwei Wörter, die in der Mitte der Heilsarmee-Fahne aufgeschrieben sind. Zwei Begriffe, die auch in zwei Liedertexten von William Booth zentral sind: Das Blut steht im Lied: «O Meer voller Liebe» im Zentrum, der Geist, das Feuer im Lied: «Mit Feuer tauf uns».

«Blut und Feuer»: Vor einigen Wochen haben wir beim Wort Heil innegehalten, welches den Begriff «Blut» einschliesst. Mit einem Zitat von William Booth haben wir gehört, dass das Heil es verdiente, verkündet zu werden, weil es die Gute Nachricht ist, die nichts anderes als Liebe enthält! Aus Liebe hat Gott seinen Sohn Jesus Christus gegeben. Das Heil, das ist Liebe! Deshalb muss es verkündet und gelebt werden!

An diesem Pfingst-Sonntag wollen wir beim Wort «Feuer» stehen bleiben ... und zwar mit einigen Gedanken von William und Catherine Booth. Ob sie nun von Blut oder von Feuer sprechen, so hat ein wichtiges Element beide dazu gedrängt, ihren Glauben mit anderen zu teilen: nämlich die Tatsache, dass das Heil UND der heilige Geist jedem Menschen zugänglich sind! Es gibt keine privilegierten Menschen, es gibt weder Erste noch Letzte ... Das Heil UND der heilige Geist sind für alle Menschen unentgeltlich da! Die einzige Bedingung ist es, sein Herz, seinen Geist, sein Leben zu öffnen.

Die einzige Bedingung ist es, auf dieses geheimnisvolle und unkontrollierbare Wehen, diesen Wind, welcher der heilige Geist ist, zu hören. Aber wozu ist dieser heilige Geist wirklich nützlich? Hier sind einige prinzipielle Funktionen aufgelistet:

- Er – und er allein ist es, der bewirkt, dass unser Geist versteht, wie gross die Liebe Gottes ist!

- Er ist es, der uns zeigt, dass wir die Vergebung Gottes nötig haben, die uns in Jesus angeboten wird.

- Es ist der heilige Geist, der die Worte der Bibel lebendig werden lässt. Das geistliche Wachstum wird durch den heiligen Geist in uns erwirkt, weil er die Worte von Jesus bestätigt und sie lebendig werden lässt!

- Der heilige Geist hilft uns zu beten und schenkt uns den Mut, gewöhnliche und aussergewöhnliche Dinge zu vollbringen! Er hilft uns, ein Zeugnis zu sein und zu dienen.

- Er enthält viele Gaben, die jedem Menschen zum Wohl von allen geschenkt werden.

Im Johannes-Evangelium, im Kapitel 15 und 16 spricht Jesus so vom heiligen Geist: «Wenn der Fürsprecher kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird er Zeugnis ablegen über mich» (Johannes 15, 26, Neue Zürcher Bibel). «Wenn er aber kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und was kommen wird, wird er euch kundtun» (Johannes 16, 13 Neue Zürcher Bibel). Tatsächlich könnten wir sagen, dass der «verborgene Name», der hinter diesen beiden Begriffen «Blut und Feuer» steht, der Name «Jesus» ist! Das Blut spricht von Jesus, der sein Leben für uns hingegeben hat. Der heilige Geist lenkt uns immer auf Jesus hin. Die Arbeit des heiligen Geistes ist eine Arbeit der Einheit und des Wachstums in der Einheit.

In den Evangelien sagt Jesus, wie sehr der Vater und der Sohn eins sind. Das Erscheinen des heiligen Geistes zeigt gut, wie sehr der Geist auch eins mit Gott und Jesus ist ... Ja, der verborgene Name, den William und Catherine Booth sichtbar machen wollten, das war wirklich der Name von Jesus! Wenn sie von Blut oder von Feuer gesprochen haben, dann wollten sie von Jesus zeugen, der gestorben und auferstanden und heute lebendig ist!

1. Pfingsten ist eine unfassbare Erfahrung! An Pfingsten werden die Jünger und die Jesus nahe stehenden Menschen, die in Jerusalem versammelt sind, die Kraft des heiligen Geistes in der Form eines starken Windes erhalten, der das Haus ausfüllt, in dem sie sich befinden. Und auch in Form von Feuerzungen, die auf sie gelegt werden. Apostelgeschichte 2, 1-4 (NZB): «Als nun die Zeit erfüllt und der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren sie alle beisammen an einem Ort. Da entstand auf einmal vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen ; und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und auf jeden von ihnen liess eine sich nieder. Und sie wurden alle erfüllt von heiligem Geist und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab»

Pfingsten sagt uns immer wieder, dass Gott unfassbar ist! Unfassbar wie das Feuer, unfassbar wie der Wind. In der Bibel sind Wind und heiliger Geist das gleiche Wort, sie haben den gleichen Sinn. Die Begriffe auf Hebräisch: ruah und auf Griechisch pneuma bezeichnen das Wehen oder den Wind. Der Wind ist das wesentlichste/wichtigste, aber das am wenigsten fassbare Element ... Der Wind – das ist das Leben ... Dieser Lebenswind kommt dahin, wo man ihn vielleicht nicht mehr erwartet. Ich höre es gerne, wenn im Johannes-Evangelium Jesus in einem der ersten Auftritte zu Nikodemus das Folgende sagt: «Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von oben geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, weisst aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist» (Johannes 3, 7-8 Neue Zürcher Bibel).

Weil der heilige Geist Leben bedeutet, ist er auch Kraft! Weil der heilige Geist Leben bedeutet, schafft er Neues! Er macht aus ängstlichen Menschen mutige Menschen! Er verändert die Zögernden und macht sie zu Zeugen! An Pfingsten macht der heilige Geist die Jünger fähig, in neuen Sprachen zu reden, mit einem neuen Mut und mit einer neuen Kraft! «Und sie wurden alle erfüllt vom heiligen Geist und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab» (Apostelgeschichte 2, 4 Neue Zürcher Bibel). Und diese neue Kraft zum Zeugnis wird eine neue Zeit für die Gruppe eröffnen, die Jesus nachfolgte ... Der heilige Geist wird der Kirche, die der Körper von Christus ist, das Leben geben. Diese Kirche ist eine Neuschöpfung des heiligen Geistes, und davon spricht die ganze Apostelgeschichte zu uns.

Es ist dieser heilige Geist, auf den Catherine Booth sich bezieht, der Leben bedeutet und der die Jünger umgeformt hat. Sie schreibt: «Diese Pfingsttaufe wird allen Gläubigen angeboten. Jeder Gläubige kann sie erfahren. Gott will, dass auch Sie alle sie bekommen. Gott ruft Sie auf, sie anzunehmen. Jesus bezahlte sogar dafür. Sie können diese Taufe genau so erhalten, wie die Apostel es taten. Können Sie sich vorstellen, was Gott mit Ihnen tun könnte, wenn Sie diese Fülle hätten? Schauen Sie nur den Unterschied bei Petrus an, das Vorher und das Nachher. Der Mann, der nicht ertragen hat, dass ihm ein Knecht Fragen stellte, bevor er diese Kraft bekommen hatte, wagte es, jeden herauszufordern, nachdem er diese Kraft erhalten hatte» (Aggressive Christianity / Aggressives Christentum, Seite 91).

Ja, lesen Sie doch in den nächsten Tagen die Rede von Petrus in diesem gleichen Kapitel 2 der Apostelgeschichte. Sie werden den Unterschied bei Petrus sehen; der heilige Geist hat wirklich etwas Neues in ihm geschaffen!

2) Pfingsten, das bedeutet das Feuer! Es ist eines der Symbole für den heiligen Geist geworden. Auf der Heilsarmee-Fahne stellt das Feuer den heiligen Geist dar. Im Alten Testament drückt das Feuer die Gegenwart Gottes aus, seine Heiligkeit und seine Ehre.

An Pfingsten ist Gott wirklich gegenwärtig! Er tauft mit Feuer und mit Geist! Johannes der Täufer hatte angekündigt, dass mit Jesus diese andere Taufe kommen werde. Er sagt es so in Lukas 3, 16 (Neue Zürcher Bibel): «Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich. ... Er wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen.»

Wenn William Booth in den Worten seines Liedes «Mit Feuer tauf uns» um das Feuer bittet, dann ist es, um zu brennen! Dann ist es, um diese Kraft zu erhalten, die uns erlaubt, für Christus zu leben und von ihm zu sprechen, mit oder ohne Worte, durch unser ganzes Leben!

Wenn William und Catherine Booth vom Feuer sprechen und darum bitten, dann möchten sie für Christus brennen. Übrigens hat Catherine Booth eine Predigt gehalten, die den Titel hatte: «Die brennenden Heiligen»! (in: Die praktische Religion, S. 189). Sie stützt sich auf die Verse der Offenbarung 3, 15 und 16, wo der Engel diesen Vorwurf an die Kirche in Laodizea macht: «Ich kenne deine Werke und weiss, dass du weder kalt noch warm bist. Wärst du doch kalt oder warm! Nun aber, dass du lau bist, weder warm noch kalt, will ich dich ausspeien aus meinem Munde» (Neue Zürcher Bibel).

Hören wir, was Catherine Booth schreibt: «Warum möchte Gott brennende Christen für seinem Dienst? Aus den gleichen Gründen, aus denen wir Menschen lieben, die für unseren Dienst brennen. Wir haben kein Vertrauen in Freunde, die gespalten sind; bald entschieden, bald unsicher ...» (La religion pratique, S. 189 und 190). Lebendige, entschiedene Menschen, Menschen, die für Christus brennen, das ist es, was Catherine haben will ...

Und angesichts der Kälte oder der Lauheit, die sie in den Kirchen sieht, drückt sie auch ihren Schmerz aus. «Ich kann nicht sagen, bis zu welchem Punkt ich für die Kirche leide. Sie ist ein totes Gewicht auf den Schultern von jedem Diener Christi. Was können wir tun, um sie wieder aufzuwecken und sie dann wach zu erhalten? Alle kümmern sich um ihre eigenen Dinge und nicht um diejenigen von Christus. ... Je mehr ich die Religion der Kirche beobachte, desto mehr macht es mich betroffen zu sehen, dass sie in den meisten Fällen ein Skandal, eine leere Schale ohne Kern ist. Die Mitglieder sagen 'Herr, Herr, tun aber nicht, was er von ihnen will. Wir müssen versuchen, einige Seelen in diesem allgemeinen Schiffbruch zu retten. Möge der Herr uns dabei helfen! (Catherine Booth et la fondation de l'Armée du Salut, Seiten 61 und 101).

In einem etwas positiveren Text schreibt Catherine Booth das Folgende: «Das, was in all unseren Kirchen, unseren Institutionen und allen möglichen Organisationen fehlt, das ist das Leben! Das Leben! Und noch einmal das Leben! Das Volk verlangt nach einem LEBENDIGEN EVANGELIUM, das von LEBENDIGEN SEELEN gelebt wird, die vom HEILIGEN GEIST GETAUFT sind. Die Taufe des heiligen Geistes wird uns ebenso umwandeln, wie sie die Jünger an Pfingsten umgewandelt hat. Das ist es, war wir nötig haben: die Kraft des heiligen Geistes! Wollen wir uns durch den heiligen Geist taufen lassen?» (Catherine Booth, aus: Praktische Religion oder aggressives Christentum).

«Blut und Feuer»: Darin ist der Name Jesus Christus verborgen! Wollen wir den heiligen Geist in unserem Herzen und Geist lebendig werden lassen? Sind wir bereit, das Neue zu erleben, das er ihn uns hervorbringen kann? In unserem Herzen, in unserem Geist, in unserem persönlichen Leben ... aber auch in unserem Leben im Korps, hier im Zenti?

Der heilige Geist ist Leben! Mein Gebet für mich selber und für uns alle ist ganz einfach: Der heilige Geist möge aus uns lebendige Menschen machen, lebendig für Christus!

Kontakt

Majore
Walter und Hanny Bommeli

Heilsarmee Zürich Zentral
Ankerstrasse 31
8004 Zürich

Tel. 044 242 53 89

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