Seelsorge, Predigten

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Heilsarmee Zürich Zentral  

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Predigt zum Jahresschluss, 30.12.2007 (Martin Gossauer)

Befiehl du deine Wege und bleib nicht bei dir stehen...

1. BEFIEHL du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuss gehen kann.

2. DEM HERRN musst du vertrauen, wenn dir´s soll wohl ergehn, auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

3. DEIN ewge Treu und Gnade, o Vater, siehet recht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt.

4. WEG hast du allerwegen, an Mitteln fehlt´s dir nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern erspriesslich ist, willst tun.

5. UND ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muss doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel.

6. HOFF, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit grossen Gnaden rücken. Erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud.

7. AUF, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen Gute Nacht. Lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.

8. IHN, ihn lass tun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, dass du dich wundern wirst, wenn er wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat.

9. ER wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, so frag er nichts nach dir.

10. WIRD´S aber sich befinden, dass du ihm treu verbleibst, so wird dein Jammer schwinden, da du´s am mindsten glaubst. Er wird dein Herz entladen von der so schweren Last, die du zu keinem Schaden bisher getragen hast.

11. WOHL dir, du Kind der Treue. Du hast und trägst davon, dass es dich ewig freue, den Sieg, die Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt.

12. MACH END, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füss und Hände und lass bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiss zum Himmel ein.

Paul Gerhardt, 1653 (Nummer 206 im Liederbuch)



Einleitung

Das bekannte Lied von Paul Gerhardt, «Befiehl du deine Wege», 1653 erstmals erschienen, soll uns bei diesem Jahreswechsel begleiten. Sein Text kann uns helfen, einen Blick in das vergangene Jahr zurück zu werfen und auch unseren Blick nach vorne zu richten auf das, was kommt.

Das ganze Lied beruht auf dem vertrauten Psalmvers 37,5: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen. Und Paul Gerhardt verwendet bei diesem Lied ein dichterisches Kunstmittel, das wir auch in gewissen Psalmen finden, wo jeder Vers mit einem Buchstaben des hebräischen Alphabetes beginnt. Hier beginnt jede Liedstrophe mit einem Wort aus Psalm 37,5. Die Anfänge aller Strophen ergeben also hintereinander gelesen diesen Psalmvers (siehe fett gedruckte Worte.) So fällt es leicht, selbst bei 12 Strophen, sich diese wieder in Erinnerung zu rufen. Und jede Strophe gehört als Teil zum gesamten Kunstwerk.

Doch nicht nur wegen seiner Kunstfertigkeit hat dieses Lied bleibende Bedeutung gewonnen. Die Liedmeditation des Lebensweges in seinen Höhen und Tiefen spricht uns bis heute unmittelbar an.

Was uns so oft zweifeln lässt, ist hier eine feste Gewissheit: Auch und gerade wenn es durch Tiefen geht, und solche sind Paul Gerhardt ganz gewiss nicht erspart geblieben (Dreissigjähriger Krieg, Vollwaise, Verlust von vier seiner fünf Kinder und seiner Ehefrau), kann er sagen, 'sitzt Gott im Regimente', ja, er 'führet alles wohl' (7). Nur wenn wir das heute glauben lernen, finden wir zu einer tieferen Gelassenheit, auch gerade im neuen Jahr. Denn unsere Geschicke ruhen in seiner Hand, der unser guter Vater ist, wie Jesus uns lehrt.

1. Strophe

Ich darf mein Leben Gott anvertrauen, weil er als Schöpfer das Ganze im Blickfeld hat. Er sieht das grosse Bild, meine Sicht als Mensch, für mich selber und mein Umfeld, ist begrenzt. Der grosse Gott, der über die ganze Schöpfung regiert und sie lenkt, hat auch mein Leben in seiner Hand und zeigt mir einen Weg, den ich gehen kann.

Meine Wege Gott anbefehlen, d.h. Gott soll darüber befehlen, ich gebe das Kommando an ihn ab. Nicht nur meine Pläne für die Zukunft, auch das, 'was mein Herze kränkt', d.h. all das, was mein Herz krank macht, alle Enttäuschungen, Verletzungen der Vergangenheit, die mich gekränkt, gedemütigt haben, soll ich bei Gott lassen, seiner 'allertreusten Plfege' anbefehlen. Er weiss, was mein gekränktes Herz braucht, kann es heilen und er ist treu in seiner Pflege. Bei ihm habe ich nicht nur eine begrenzte Grundversicherung, er lässt mir die allerbeste und allertreuste Pflege zukommen.

7. Strophe

Die siebte Strophe drückt aus, was es heisst, 'seine Wege und was mein Herze kränkt' Gott anzubefehlen: ... Loslassen! Sorgen und Schmerzen 'gute Nacht' sagen. Wie heisst es manchmal? Vor lauter Sorgen habe ich kein Auge zugetan die ganze Nacht. Ich habe mich hin und her gewälzt. Meine Sorgen haben mir den Schlaf geraubt. Doch es sollte umgekehrt sein: Wir sollen unseren Lebensschmerz zu Bett bringen, unsere Sorgen zur Ruhe geleiten und ihnen ein Wiegenlied singen, bis beide eingeschlafen sind. Gute Nacht, ihr Sorgen! So singt Paul Gerhardt. So loslassen kann ich nur, wenn ich weiss, dass Gott es gut mit mir meint: 'Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl'.
Werft alle eure Sorgen auf ihn! Denn er ist besorgt für euch! (1. Petrus 5,7)

2. Strophe

'Auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn'. Zuerst das grössere Bild sehen, nach Gottes Reich Ausschau halten:

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit (Matthäus 6,33). Das heisst, ich soll meinen Platz in der Schöpfung erkennen und einnehmen, meinen Platz im Leib Christi erkennen und einnehmen, meinen Platz in der Gesellschaft, in der Familie erkennen und einnehmen. Dann kann mein Lebenswerk bestehen und im Vertrauen auf Gott kann es mir wohl gehen.

'Mit Sorgen und mit Grämen': Während die Sorgen sich auf die Zukunft beziehen, ist mein Gram in die Vergangenheit gerichtet: Ich bin missmutig, verbittert über das, was zerbrochen und verloren ist oder mir genommen wurde. Mit Sorgen und mit Grämen kreisen meine Gedanken um mich und meinen Lebensweg. Aber sie kreisen vergeblich. Paul Gerhardt sagt es in schlichter Klarheit: Keine Sorge ändert etwas an der Zukunft. Und kein Grämen kann die Vergangenheit ungeschehen machen. Ja, im Sorgen und Grämen neige ich dazu, mich selber zu peinigen. Doch wir sollen nicht bei uns selber stehen bleiben. Denn schwer genug ist die ungewisse Zukunft und die unerledigte Vergangenheit. Paul Gerhardt gibt uns den weisen Rat: 'Dem Herren musst du trauen' – Gottvertrauen, auf ihn schauen – das hilft. Und in solchem Vertrauen einfältig die Hände falten, denn, 'es muss erbeten sein'.

Gebetszeit: Mein Leben Gott anbefehlen, loslassen, was mich kränkt. Fahren lassen, was mich vom alten Jahr noch belastet und alles Gott hinlegen.

Musik dazu: CD Sarah Kaiser, Befiehl du deine Wege, Strophen 1,2+7

Wir singen Strophe 3 und 4: Ein Blick ins neue Jahr

3. Strophe

In Paul Gerhardts Liedern ist 'treiben' ein Schlüsselwort, das immer wieder auftaucht. Bei den Computern sind sie lebenswichtig, die Treiber. Ohne sie lässt sich kein externes Gerät bedienen. Unser neuer Kopierer, der dem Computer angeschlossen ist, funktionierte erst richtig, als der richtige Treiber dazu installiert war. Bei Schafherden können wir beobachten, wie der Hund des Hirten die Herde umkreist und die Schafe, die ihren eigenen Weg gehen wollen, wieder zusammen treibt. Bei uns Menschen sind sie ebenfalls unverzichtbar, die Treiber. Sie werden an Fragen deutlich wie: 'Was treibst du da?' oder 'Was treibt dich?'

Paul Gerhardt hat ein noch ganz anderes Treiben vor Augen: ... Für ihn treibt Gott die Geschichte voran: Er will nicht, dass die Menschen in die Irre laufen. Er will nicht, dass ein Schaf seiner Herde verloren geht. Er treibt seine Schafe zum frischen Wasser und zur grünen Weide. Er weiss, was die ihm anvertrauten Menschen brauchen. Er hat uns geschaffen und gewollt, er weiss, was gut für uns ist, und was uns schadet, 'dem sterblichen Geblüt', wie es im ursprünglichen Text heisst. Er weiss, was uns zum Blühen bringt und was zum Verwelken. So kann er das Beste aus uns treiben und es 'zu Stand und Wesen' bringen, d.h. was ihm gefällt, bringt Gott zum Stehen, zum Sein, dass etwas daraus wird, das besteht.

Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten! (Matthäus 7,7-11)

Denn euer himmlischer Vater weiss, was ihr alles benötigt (Matthäus 6,32).

4. Strophe

'Dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht': lauter, d.h. 'nichts als...', 'reiner Segen, reines Licht'.

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten dient (Römer 8,28).

'Dein Werk kann niemand hindern...': Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (Römer 8,38-39).

'Dein Arbeit darf nicht ruhn': Jesus sagt: Mein Vater ist bis heute am Werk, und auch ich bin am Werk (Johannes 5,17).

Ein Gebet: Gott, du bist das Herz des Kosmos. Ich danke dir, dass du niemals aufhörst zu schlagen. Sonst würde das Weltall in sich zusammensinken, als wäre es ein Nichts. Gott, du legst niemals die Hände in den Schoss, weil dir die Arbeit zu viel wird. Was du angefangen hast, das wirst du auch zu seinem Ende führen.

Wie machst du das, ohne in Unruhe und Hektik zu geraten? Ewig kreisend ruhst du in dir selbst. Du bist die Liebe. Sie allein bleibt in ihrer ewigen Bewegung vom Ich zum Du und vom Du zum Ich sich selbst gleich. Sie ruht in ihrer Bewegung. So ruhst auch du in dir und lässt doch deine Arbeit niemals ruhen! Weil du uns liebst, willst du tun, was für uns 'erspriesslich', d.h. nützlich ist.

'Dein Werk kann niemand hindern': Strophen 5 und 6 sprechen von Hindernissen für Gottes Werk: Jemand liest die Strophen 5 und 6

5. Strophe

... Gott geht nie zurück! Er weicht auch vor dem Teufel nicht zurück! Nichts und niemand kann ihn an der Vollendung seines Reichs hindern. Auch die Mächte des Bösen vermögen Gott nicht aufzuhalten. Das Werk, das er in uns angefangen hat, wird er auch vollenden! Ich bin gewiss, dass er, der das gute Werk in euch angefangen hat, es bis zum Tag Christi Jesu auch vollendet haben wird (Philipper 1,6). In Jesus Christus hat er sich offenbart und geht seither voran. Unaufhaltsam! Er kommt ans Ziel. Auch mit mir und meinem Leben. Darauf kann ich bauen.

6. Strophe

Paul Gerhardt spricht von einer Kummerhöhle. Wie sie entsteht? Wenn Kummer mich trifft, dann rolle ich mich wie ein Igel ein. So schütze ich mich vor der bedrohlichen Aussenwelt und verberge meinen Kummer. 'Selbstverkrümmung' nennt Martin Luther das. Im ersten Moment kann das ein Schutz sein, aber wenn der Igel aus Angst sich gar nicht wieder aufrollt, dann wird er verkümmern müssen. Im Kümmern um meinen Kummer versuche ich verzweifelt, damit selbst fertig zu werden, und bleibe in einer selbst gemachten Höhle gefangen. Daraus kann ich mich nicht selber befreien. Dazu brauche ich jemanden, der meinen inneren Kummer aufhebt und so die Selbstverkrümmung von innen heraus löst. Ich brauche einen Erlöser! Nur er kann mir neue Hoffnung schenken, damit ich mich erneut dem Leben stellen kann trotz Gefahr. Nur er kann mich aus der Höhle des Kummers herausführen ins helle Licht des Lebens. ... 'Gott wird dich aus der Höhle...'.

'Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt!' Hoffnung ist die Kraft, die unser Leben antreibt! Peter Hahne schreibt in seinem Buch 'Schluss mit lustig': Wenn unser Leben gelingen soll, dann muss unsere Erwartung immer grösser sein als unsere Erinnerung, dann muss unsere Hoffnung immer grösser sein als unsere Sorge. (Der Schriftsteller und Pionier des Journalismus, Matthias Claudius, hat also Recht: Etwas Festes muss der Mensch haben. Die Höhenflüge seiner Lebensziele kann man nicht auf Sand bauen.)

Dieses Feste, dieser Erlöser, worauf sich die menschliche Hoffnung stützt, ist für Paul Gerhardt 'die Sonn der schönsten Freud'. Der Sonne, Sinnbild für Jesus Christus, begegnen wir in 25 Liedern von Paul Gerhardt.

Wir singen die Strophe 8, und lesen die Strophen 9 und 10

8. Strophe

...'dass du dich wundern wirst': Gott kann mehr tun, als wir verstehen und glauben. Er tut Wunder! Er wird zu seiner Zeit handeln!

Ihm aber, der weit mehr zu tun vermag, als was wir erbitten oder ersinnen, weit über alles hinaus, wie es die Kraft erlaubt, die in uns wirkt, ihm sei die Ehre! (Epheser 3,20)

9. Strophe

... 'Als frag er nichts nach dir': Habe ich auch schon diese schreckliche Vorstellung gehabt, dass Gott gar nicht mehr nach mir fragt? Ich bin ihm gleichgültig, er hat mich abgeschrieben! Aus, vergessen, vorbei! Nein, so ist es nicht, und wenn es mir hundertmal so erscheinen will.

... in meinem Herzen sinne ich nach, und es forscht mein Geist. Wird der Herr auf ewig verstossen und nie mehr gnädig sein? Hat seine Güte für immer ein Ende, ist sein Wort verstummt für alle Zeit? Hat Gott seine Gnade vergessen, hat er im Zorn sein Erbarmen verschlossen? Und ich sprach: Das ist mein Schmerz, dass so anders geworden ist das Handeln des Höchsten.

Ich will gedenken der Werke des Herrn, will gedenken deiner früheren Wunder. Ich will bedenken all dein Tun, und über deine Taten will ich nachsinnen. Gott, dein Weg ist heilig. Wer ist ein Gott, so gross wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut (Psalm 77, 7-15, von Asaf).

Er mag zwar fern scheinen, aber er ist nicht fern! Denn er ist schon unterwegs, meine Sehnsucht auf seine Weise zu stillen. Er will meine Not auf seine Weise wenden. Denn er fragt nach mir, mit der ganzen Leidenschaft seines Herzens. Das hat er in Jesus offenbart.

10. Strophe

... 'Da du's am mindsten glaubst': Gottes Wende tritt ein, wenn ich es am wenigsten glauben kann. Denn mein Glaube ist mit meinen eigenwilligen Wünschen und Vorstellungen verwoben. Die müssen erst entflochten werden, bevor ich wirklich zum Glauben durchstosse. Doch der Glaube eines Senfkornes genügt und meine Treue! Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn ... wird euch nichts unmöglich sein (Matthäus 17,20).

Wir singen die Strophen 11 und 12: Sie sprechen vom Weg, der bis zum Ziel, dem ewigen Leben bei Gott führt, wo Freude und Anbetung ihren Platz haben.

11. Strophe

...'Wohl dir, du Kind der Treue': Diese Strophe spricht von den Menschen, die bis an das Ziel durchhalten. ... Sei treu bis in den Tod, und ich werde dir die Krone des Lebens geben (Offenbarung 2,10). Selig der Mann, der die Prüfung besteht, denn wenn er sich bewährt, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott denen verheissen hat, die ihn lieben (Jakobus 1,12).

Nicht alle gelangen an das Ziel. Manche geben zuvor auf. Sie können nicht glauben, dass ihnen Gott gnädig sein will. Andere resignieren und wollen nicht mehr länger leben. Manche schleppen sich mühsam durchs Leben, ohne sich noch daran freuen zu können. Doch es gibt auch die anderen. Paul Gerhardt nennt sie die Kinder der Treue. Er greift damit eine biblische Redewendung auf. Kinder Israel zum Beispiel sind alle, die zum Volk Israel gehören. Und die Kinder der Treue sind alle, bei denen die Treue zum Wesen ihrer Existenz gehört. Im Wort 'Treue' steckt die indogermanische Wurzel für Holz: Fest wie Holz ist ein treuer Mensch. Wie aber wird ein Mensch fest? Der Hebräerbrief 13,9 antwortet: Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Die Treue bildet sich wie ein Baum. Die Strahlen der Sonne verwandeln ihn über Jahrzehnte in einen festen Stamm. Genauso wird ein Mensch in seinem Inneren fest, wenn er sich dem Licht der Liebe Gottes aussetzt. Im Glauben leuchtet dieses Licht auf!

12. Strophe

Im Himmel bei Gott wird all unsere Not ein Ende haben, auch der Tod hat dann kein Sagen mehr. Bis dahin bitten wir: ...'stärk unsere Füss und Hände'.

Kontakt

Majore
Walter und Hanny Bommeli

Heilsarmee Zürich Zentral
Ankerstrasse 31
8004 Zürich

Tel. 044 242 53 89

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