Seelsorge, Predigten

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Heilsarmee Zürich Zentral  

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2. Teil der Predigt vom 11.9.2005 (Corinne Gossauer-Peroz)

Berufung des Elisa
(1. Könige 19, 19-21)


Wir sind bei der Berufung des Elisa mit dabei. Aber ich will nicht bei Elisa stehen bleiben, sondern bei den Ochsen, die er führt. 12 Paar Ochsen! Das ist eine richtige Maschinerie, ein kraftvoller Motor, den Elisa, Bauer von Beruf, hier lenkt.

Gerhard Klein ist ein französischer Schauspieler, aber er züchtet auch Kühe. Ich habe von ihm gehört, dass er den folgenden Rat gab, um sich zu «ent-stressen» (oder Stress abzubauen): man solle sich während einer Viertelstunde in völliger Ruhe neben einer Kuh oder einem Ochsen aufhalten, zuhören und beobachten, wie das Tier atmet. Der Rat ist sicher gut, aber eine Kuh finden und sich 15 Minuten daneben setzen, das ist nicht so einfach für uns, die wir in der Stadt wohnen ...

Stellt euch Elisa auf seinem Acker vor, hinter seinen Zwei und Zwanzig Ochsen. Fühlt etwas von der Kraft dieser Tiere, die sie brauchen, um eine Furche zu ziehen. Unser Mann ist da, auf diesem Feld ... Er ist da, mit seiner Geschichte, seinem Hintergrund, seiner Familie, seinen Verwandten, seiner Arbeit. Auf diesem Feld ist er nicht allein, die Tiere arbeiten mit ihm, alle zusammen richten sie sich auf das gleiche Ziel aus: das Pflügen (die Bestellung) des Ackers. Plötzlich taucht der Prophet Elia auf und macht das, was Gott ihm aufgetragen hat: Elisa wird zu seinem Nachfolger, hier, mitten auf einem Acker. Was für ein Schock, was für ein Stress: eine Berufung fällt auf ihn herab ... Und hier, um sich zu «ent-stressen» und um die Gedanken zu beruhigen, hat Elisa sich vielleicht neben seine Ochsen gesetzt! ...

Im Ernst, was ich an dieser Berufung und an diesem Bild (Beamer) schätze, ist, dass unser Leben, unsere Wege den 12 Paar Ochsen ähnlich sind. ...

Ich will das erklären: Stellt euch vor, der Acker sei euer Leben. Ihr wisst, dass am weiten Horizont Gott da ist, präsent, aber unsichtbar. Ihr wisst euch von Gott geliebt. Ihr habt sogar mit ihm, durch Jesus, eine ganz enge Verbindung. Der Pflug ist eure Arbeit oder Aktivität... Mit diesem Pflug bewirkt ihr einen Unterschied dort, wo ihr wohnt, da, wo ihr arbeitet, bei den Menschen, denen ihr begegnet. Ja, mit dem Reichtum eurer Persönlichkeit , durch euere Fähigkeiten und eure Gaben, hinterlasst ihr einen Abdruck, Tag für Tag.

Eure Hände sind am Pflug, eure Füsse sind schwer, voller Erde ... An gewissen Tagen habt ihr das Gefühl, das Gewicht der ganzen Welt auf euren Schultern zu tragen ... Ihr habt das Gefühl, grosse Anstrengungen zu machen, und dennoch geht es nicht vorwärts ... Auch ein Gefühl der Einsamkeit ist da...

Aber schaut die 12 Paar Ochsen von Elisa an, da, vor ihm. Genau wie er seid ihr nicht allein! Es hat Kräfte – sichtbar oder auch unsichtbar –, die arbeiten mit euch ... Aber vor allem gehört ihr zu einer langen Reihe von Nachkommen ... Andere haben schon vor euch gearbeitet, andere haben schon versucht, einen Unterschied zu bewirken ... Andere sind immer noch da, mit euch, im gleichen Dienst, mit dem gleichen Ziel ...

Diese 12 Paar Ochsen sagen mir, dass wir nicht allein sind. Und weil wir nicht allein sind, ruft uns Gott nicht allein ... Ich hätte sogar Lust zu sagen, dass wir nie allein berufen werden ... Schon oft hat allein der Ausdruck Berufung vielen Menschen Angst gemacht, weil er wie eine grosse Tat vorgestellt wurde, die wir allein realisieren sollten ...

Wenn man von Berufung spricht, besteht die Gefahr, daraus eine sehr individuelle Sache zu machen, zu individuell. Mein Leben ist da, und die Antwort, die ich auf die Berufung von Gott gebe, das ist meine eigene, und niemand kann das an meiner Stelle tun. Aber diese Antwort kann mich nicht von meiner Umgebung und meinen Lebensumständen isolieren, weil das Ja, das Gott verlangt, sich in eine lange Reihe von Antworten einreiht, die andere schon gegeben haben ...

Hier, bei dieser Berufung ist es Elisa, der in dieses «Ja» eintritt, das Elia gegeben hat. An seiner Seite wird Elisa seine Berufung kennen lernen und sich darin verwurzeln

Ja, es ist gut, hier innezuhalten und an die «Paare von Ochsen» zu denken, die uns vorausgegangen sind ... An diese Menschen, die auf unserem Weg mit ihrer Unterstützung, mit ihrer Zuneigung mit ihrem Zuhören und ihren Worten ein Zeichen gesetzt haben. Menschen, die uns begleitet haben und diejenigen, die auch heute noch an unserer Seite sind ... Diese Männer, diese Frauen, diese «ganz gewöhnlichen Menschen», diese «ganz gewöhnlichen Christen», die für uns wie «Motoren», wie «Mutmacher» gewirkt haben. Dank ihrem Zeugnis, dank ihrer Anwesenheit können wir Ja sagen zu dem, was Gott von uns verlangt.

Nein, wenn Gott uns ruft, ruft er uns nie allein ... Weil wir zu einer Familie, zu einer Gruppe, zu einer Gemeinde gehören, verbunden durch menschliche und geistliche Bande. Zeugen, Diener sind uns vorausgegangen, sie haben ihre Zeit geprägt. Sie haben uns geprägt. Wenn Gott ruft, fordert er uns auf aufzustehen und unseren Platz im Heute, das zu uns gehört, einzunehmen ... Es hat an unserer Seite Männer und Frauen, die auf das gleiche Ziel ausgerichtet sind: Jesus Christus immer mehr zu lieben und ihm immer besser zu dienen / seinen Nächsten immer mehr zu lieben.

Mit den Händen am Pflug müssen wir die Augen auf das Ziel richten ... auf den Baum in Form eines Kreuzes: Christus. Der Heilige Geist in uns gibt uns die Kraft, ein «Ja» auf seine Bitten (Aufforderungen) zu geben. Der Heilige Geist gibt uns die Fähigkeit, 12 Paar Ochsen zurückzulassen, um Christus nachzufolgen ... «... und sie liessen alles zurück und gingen mit Jesus» (Lukas 5, 11).

Kontakt

Majore
Walter und Hanny Bommeli

Heilsarmee Zürich Zentral
Ankerstrasse 31
8004 Zürich

Tel. 044 242 53 89

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